Ja, Sie können in Österreich ohne Clubmitgliedschaft Golf spielen, und auf einigen Plätzen sogar ohne Platzreife. Möglich ist das auf öffentlichen Golfplätzen, bei Pay & Play Angeboten und auf vielen Kurzplätzen großer Anlagen. Auf den klassischen 18-Loch-Plätzen der Clubs brauchen Gäste dagegen meist eine Platzreife und oft die Mitgliedschaft in einem Golfclub. Dieser Artikel zeigt, welche Möglichkeiten es gibt, woran Sie sie erkennen und welche Plätze wir in unseren Golfplatz-Ratgebern als öffentlich markiert haben.

Drei Begriffe, die Sie kennen sollten

Öffentlicher Golfplatz bedeutet: Der Platz ist ohne Clubmitgliedschaft zugänglich. Sie zahlen pro Runde ein Greenfee, wie eine Eintrittskarte. Ob Sie dafür eine Platzreife brauchen, entscheidet die Anlage.

Pay & Play ist der Name für dasselbe Prinzip: Sie bezahlen nur, was Sie spielen, ohne Jahresbeitrag und ohne Aufnahmegebühr. Manche Anlagen verbinden Pay & Play mit einem Kurzplatz für Einsteiger.

Platzreife und Platzerlaubnis sind die Nachweise, dass Sie die wichtigsten Regeln, die Etikette und genug Technik beherrschen, um auf dem Platz niemanden aufzuhalten oder zu gefährden. Wie Sie dazu kommen, beschreibt unser Ratgeber Der Weg zur Platzreife.

Warum viele Plätze eine Platzreife verlangen

Ein Golfball fliegt schnell und weit. Wer die Abläufe nicht kennt, gefährdet andere Spieler und bremst die Gruppen hinter sich. Deshalb verlangen die meisten Clubs von Gästen einen Nachweis. Auf vielen Plätzen kommt eine Mindest-Stammvorgabe dazu, die in den Clubinfos als Mindest-Handicap steht, zum Beispiel minus 45 oder minus 54. Was diese Zahlen bedeuten, lesen Sie im Artikel über Handicap und Spielvorgabe.

Die Mitgliedschaft in einem Golfclub ist der zweite Punkt. Viele Clubs nehmen Greenfee-Gäste nur auf, wenn diese in irgendeinem anerkannten Club Mitglied sind, ihrem Heimatclub. Genau hier setzen öffentliche Plätze und Pay & Play an: Sie lassen diese Hürde weg.

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Wo Sie ohne Mitgliedschaft spielen können

In unseren Ratgebern haben wir nur Plätze als öffentlich markiert, bei denen ein Landesverband, ein Tourismusverband oder der Club selbst das ausdrücklich angibt. Einige Beispiele:

Die vollständigen Listen finden Sie in den Ratgebern der einzelnen Bundesländer, zum Beispiel für Niederösterreich mit den meisten öffentlichen Plätzen.

Kurzplätze: der beste Einstieg

Viele große Anlagen haben neben dem 18-Loch-Platz einen Kurzplatz mit drei bis neun kurzen Bahnen. Diese Plätze sind oft öffentlich oder für Einsteiger mit Platzerlaubnis freigegeben. Beispiele aus unseren Ratgebern sind der öffentliche 6-Loch-Kurzplatz in Lengenfeld, der Public Course mit vier Par-3-Bahnen in Poysdorf, die Schönfeld Nine im Marchfeld und der Panorama-Kurzplatz von Nassfeld Golf in Kärnten. Der Golfclub Schärding wirbt mit einem 6-Loch-Trainingskurs, der auch ohne Platzreife bespielt werden kann.

Kurzplätze haben drei Vorteile. Eine Runde dauert nicht vier Stunden, sondern oft unter einer Stunde. Sie brauchen nur wenige Schläger. Und das Greenfee ist deutlich niedriger als auf einem großen Platz.

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So erkennen Sie, ob ein Platz öffentlich ist

Die Begriffe sind nicht geschützt, und jeder Club formuliert anders. Achten Sie auf der Website auf diese Stichworte:

  1. „Öffentlich“, „Public Course“ oder „Pay & Play“.
  2. „Ohne Mitgliedschaft“ oder „ohne Clubmitgliedschaft“.
  3. Angaben zum Mindest-Handicap für Gäste. Steht dort minus 54 oder „Platzerlaubnis“, reicht meist der Einsteigernachweis.
  4. Ein eigener Kurzplatz oder ein Akademieplatz mit eigenen Regeln.

Im Zweifel rufen Sie im Sekretariat an. Das ist im Golf völlig üblich, und Sie erfahren gleich, ob Sie eine Startzeit buchen müssen.

Was Sie für die erste Runde brauchen

Auf öffentlichen Plätzen können Sie meist Schläger leihen. Wer eigene kaufen möchte, kommt am Anfang mit einem halben Satz aus, siehe Die richtige Golf-Ausrüstung. Wichtig sind bequeme Schuhe mit flacher Sohle, die den Rasen nicht beschädigen, und Kleidung, in der Sie sich frei bewegen können. Was Greenfee, Kurs und Ausrüstung insgesamt kosten, fasst unser Artikel Was kostet Golf? zusammen.

Was eine Runde auf einem öffentlichen Platz kostet

Öffentliche Plätze und Kurzplätze sind meist günstiger als große Clubplätze. Zwei Beispiele aus den Quellen dieses Artikels: Der Diamond Country Club nennt für den öffentlichen 9-Loch Park Course ein Greenfee von 30 Euro für neun Löcher, Kinder unter 14 Jahren spielen dort laut Club gratis (Stand 2026). Im Golfpark Böhmerwald kostet eine Pay & Play Runde laut Club das aktuelle Greenfee plus zehn Prozent. Wer regelmäßig spielt, für den werden Jahresangebote oder eine Mitgliedschaft irgendwann günstiger. Für die ersten Runden ist Pay & Play aber die flexibelste Lösung.

Rechnen Sie außerdem mit Kosten für Leihschläger und Bälle auf der Driving Range. Manche Anlagen bieten Schnupperstunden mit einem Golflehrer an, bei denen die Ausrüstung inklusive ist. Das ist für den allerersten Kontakt oft sinnvoller als eine Runde auf eigene Faust.

Häufige Fragen

Brauche ich für einen öffentlichen Golfplatz eine Platzreife? Das hängt vom Platz ab. Manche öffentliche Plätze verlangen sie, andere wie Open Golf St. Johann laut Tourismusverband nicht. Die Angabe finden Sie auf der Website der Anlage.

Kann ich auf einem öffentlichen Platz alleine spielen? In der Regel ja. Auf vielen Plätzen buchen Sie dafür eine Startzeit, damit sich die Gruppen nicht stauen.

Gibt es öffentliche Golfplätze in meiner Nähe? In unseren Golfplatz-Ratgebern sehen Sie für jedes Bundesland, welche Plätze öffentlich sind. Die meisten gibt es in Niederösterreich rund um Wien.

Ohne Platzreife spielen: wo die Grenzen liegen

Der Verzicht auf die Platzreife gilt fast immer nur für einzelne Plätze, meist Kurzplätze oder ausgewiesene Einsteigerplätze. Für die großen Plätze kommen Sie um den Nachweis auf Dauer nicht herum. Viele Einsteiger machen deshalb beides: Sie probieren auf einem öffentlichen Platz aus, ob Golf ihnen gefällt, und machen danach den Kurs. Wer Kurs und Urlaub verbinden will, findet Ideen im Artikel Golfurlaub mit Platzreife-Kurs.

Bitte prüfen Sie vor jedem Besuch die aktuellen Bedingungen auf der Website der Anlage. Zugangsregeln, Preise und Öffnungszeiten können sich jedes Jahr ändern. Unsere Angaben stammen aus den genannten Quellen und haben den Stand November 2026.